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Spätkapitalistische Systementwicklung

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Hartmut Krauss

Hätte er geschwiegen, wär' er Literat geblieben.
Kurze Anmerkung zu einer unheilbaren Selbstdemontage
 

Günter Grass hat mit seinem zutiefst verlogenen und demagogischen Anti-Israel-Gedicht berechtigte Empörung auf sich gezogen. Er reiht sich damit ein in die verkommene Clique von obersten Funktionsträgern und dekadenten Leithammeln dieser sich zunehmend degenerierenden Gesellschaft, die an der Spitze ihres Eisbergs gerade erst Figuren wie Guttenberg und Wulff ausgeschmolzen hat.

Die demagogische Quintessenz dieses gräSSlichen Gedichts liegt erstens in der Unterstellung, Israel plane einen atomaren Erstschlag gegen den Iran, um deren geschundene Bevölkerung auszulöschen. D. h.: Die Erwägung bzw. Ultima Ratio, mit konventionellen militärischen Mitteln die atomtechnologische Infrastur der abartigen islamistischen Diktatur im Iran zu zerstören, wird umgelogen in die unterstellte Absicht, Israel plane, die iranische Bevölkerung mit Nuklearwaffen auszulöschen.

Diese unsägliche Unterstellung ist zweitens insofern übelste faschistoide Hetze, als dass ja gerade umgekehrt die gotteswahnsinnigen Islamisten in Teheran einschließlich ihrer Satelliten im Libanon und in den Palästinensergebieten (Hisbollah und Hamas) dem Staat Israel die Existenzberechtigung absprechen, die Auslöschung des „Judenstaates“ anstreben und obendrein den Holocaust leugnen. Was diesen märtyrer- und mahdigeilen Irrationalisten fehlt, sind schlicht die letzten Kettenglieder zum Bau einer eigenen atomaren Vernichtungswaffe.

Die gesamte israelfeindliche „Hände-weg-vom-Iran“- Propaganda, wie sie von Grass und anderen postnazistischen und poststalinistischen Konsorten von NPD bis Linkspartei lanciert wird, soll davon ablenken, dass das nach Atomwaffen strebende Regime der iranischen Gottesdiktatur mit seinem barbarischen Sitten- und Repressionsterror nach innen aktuell wohl einen der größten Schandflecke der Menschheit bildet. Unter dieser Leitprämisse ist auch der Atomkonflikt zu betrachten.

Osnabrück, 05. April 2012